Das Hotel Weisshorn ist mit einem eigenen Wasserkraftwerk ausgestattet, welches die benötigte Leistung von 22 kW produziert. Die max. Leistung des Kraftwerks beträgt bei optimalen Bedingungen  bei einem Wasserverbrauch von ca. 31 l/s über 31 kW. Ein kleiner Stausee dient als Wasserfassung für die Stromerzeugung und ist gleichzeitig das Reservoir für die Trinkwasserversorgung. Am selben Ort wird mit dem erzeugten Strom Trinkwasser in das Hotel hinaufgepumpt. Die Druckleitung hat einen Durchmesser von 145 mm und ist ca. 300 m lang. Der Höhenunterschied zwischen dem Stausee (2260 m ü.M.) und dem Ende der Druckleitung bei der Turbine erzeugt einen Druck von 12 bar. Die Peltonturbine wird von 6 Düsen gespiesen und generiert eine Spannung von 400 Volt.

Um die Hauptlinie zu schützen, wurden 3 Regulatoren von 10 kW unter der Turbine installiert. Diese absorbieren die ungenutzte Energie des Hotels und schützen die Turbine oder den Transformer im Falle eines Stromausfalls. Ein unterirdisches Kabel transportiert die Energie ins Hotel. Um Verluste und Druckschwankungen zu vermeiden, wird der Druck in 1000 V-Einheiten transportiert. Im Hotelbetrieb transformiert ein zweiter Transformator die Spannung zurück in 400 V. Zum Schluss wird die Energie mittels Verteiler zu den 3 elektrischen Abnehmer geleitet: Küche, Licht und Steckdosen.

img_tech_3Im Winter liegt die Wasserdurchflussmenge tiefer bei etwa 9 bis 10 l/s. Die Turbine produziert maximal zwischen 9 und 10 kW. Der Energiemangel wird mittels 2 Diesel-Generatoren kompensiert. Von 40 kW werden zwischen 10 bis 12 kW mit Wasserkraft produziert und beliefern hauptsächlich die Küche, welche von den anderen Verbraucherzellen unabhängig ist. Dieses Prinzip verhindert einen Druckabfall. Im Falle eines Turbinenausfalls, wird der ganze Betrieb durch die Generatoren gespiesen: die erste beliefert die Küche, die zweite das Licht und die Steckdosen.

img_tech_4Der Hauptschalter versorgt mittels überflüssiger Energie zusätzlich 3 Regulatoren von 10 kW. Der erste befindet sich im Boiler und die zwei anderen in einem Tank von 3000 Litern. Die Regulatoren werden durch die Heizung gesteuert, welche die Temperatur regelt. Im konkreten Fall heisst das, verbraucht das Hotel 1/3 der produzierten Energie, werden die restlichen 2/3 zur Wassererwärmung gebraucht. Wenn die elektrischen Installationen die Gesamtheit der produzierten Energie verbrauchen, wird das Wasser durch einen Gas Brenner erwärmt.

Neben der Stromerzeugung ist das Hotel Weisshorn auch bezüglich Trinkwasser unabhängig. Eine Pumpe, welche sich bei dem 660 Meter entfernten Stausee befindet, versorgt die Zisterne (Fassungsvermögen 10 m3) mit dem nötigen Wasser. Die Pumpe ist 24 Stunden pro Tag in Betrieb und der Druck beträgt 12 bar. Von der Zisterne (2372 m ü.M.) aus wird das Wasser mittels natürlichem Druck zum Hotel befördert. Der Höhenunterschied beträgt 35 m und der Wasserdruck am Hoteleingang ist dementsprechend ca. 3.5 bar. Dank einer UV-Behandlung kann das gepumpte Wasser als Trinkwasser genutzt werden.