Eine Entwicklung im Einklang mit der Geschichte

Die Entwicklung im Einklang mit der Geschichte des Hotels ist ein grundlegendes Prinzip für jede Verbesserung am Gebäude. In diesem Sinne stellt es eine faszinierende Herausforderung dar, modernen Komfort in einem Bauwerk aus dem Jahr 1882 zu bieten, das der Rauheit des Höhenklimas ausgesetzt ist.

Wasserkraftwerk und Trinkwasserversorgung

Das Hotel Weisshorn arbeitet im Inselbetrieb und erzeugt damit seinen eigenen Strom. Ausser im Winter stammt die gesamte Energie aus einem Wasserkraftwerk (2'140 m), das bis zu 30 kW elektrische Leistung liefert. Das Wasser stammt aus dem Torrent des Moulins. Es wird durch eine Kleinstaumauer (2'260 m) zurückgehalten, durchläuft einen Rechen und gelangt anschliessend in eine Wasserschlosskammer, von der eine Druckleitung (Durchmesser: 145 mm, Länge: 300 m) ausgeht. Diese liefert einen Durchfluss von 30 l/s bei einem Gefälle von 120 m. Sie speist eine vertikal angeordnete Pelton-Turbine mit sechs Düsen, von denen vier je nach verfügbarer Wasserressource reguliert werden können.
Die dreiphasige Ausgangsspannung dieser Turbine (400 V) wird auf 1'000 V hochtransformiert, um die Verluste beim Transport zum Hotel zu verringern, wo sie anschliessend wieder auf 400 V zurücktransformiert wird. Das Stromkabel verläuft vollständig unterirdisch. Eine Schalttafel verteilt die Energie über eine Verteilertafel und unterteilt das Gebäude in drei Gruppen: Küche, Wäscherei sowie Licht und Steckdosen.
Die gestiegene Stromnachfrage, insbesondere durch die Wäscherei (zwei Waschmaschinen, ein Trockenraum mit Entfeuchter und eine Mangel), hat zu einem deutlichen Gewinn an Komfort und Effizienz geführt. Die erste Wasserkraftmaschine des Betriebs wurde vermutlich 1902 installiert und seither zweimal erneuert – ein erstes Mal 1970, ein zweites Mal 2002 –, wobei jede dieser Etappen dem wachsenden Strombedarf Rechnung trug.
Die von Geräten und Beleuchtung nicht verbrauchte Energie wird in den Heizkreislauf umgeleitet. Drei elektrische Heizwiderstände mit je 10 kW erwärmen insgesamt 10'000 l Wasser. Dieser geschlossene Kreislauf versorgt die Gebäude mit Wärme und Warmwasser.
Bei einem Energieüberschuss leiten drei zusätzliche Sicherheitswiderstände (je 10 kW) den Überschuss direkt an der Turbine ab. Dies kommt selten vor, hauptsächlich in der Zwischensaison oder bei einer Störung der Stromleitung oder des Transformators.
Auch das Trinkwasser stammt aus dem Torrent des Moulins. Eine elektrische Stufenpumpe mit Saugkorb, die an der Staumauer installiert ist, speist einen 12 m³ fassenden Speicher (2'372 m), der 660 m entfernt und 112 m höher auf einem Felssporn oberhalb des Hotels liegt. Dieser Speicher ermöglicht die natürliche Sedimenttrennung und wird regelmässig gereinigt. Die Pumpe läuft kontinuierlich, um ein Einfrieren der dem Permafrost ausgesetzten Leitungen zu verhindern. Das Wasser fließt anschliessend per Schwerkraft zum Hotel (2'337 m), wo es gefiltert und mittels UV behandelt wird. Diese Aufbereitung gewährleistet jederzeit die hygienische Qualität dieses Bergwassers. Besuchen Sie die Turbine und das Wasserreservoir über folgenden Link.

Die Herausforderung der winterlichen Kälte

Im Winter verringert die reduzierte Wasserdurchflussmenge (bis auf 10 l/s) die Stromproduktion um das Dreifache. Zum Ausgleich wird punktuell ein 40-kW-Dieselgenerator eingesetzt, hauptsächlich für Küche und Wäscherei. Er verhindert Spannungs- und Frequenzeinbrüche und damit einen Ausfall des Netzes.
Die vom Dieselmotor abgegebene Wärme wird teilweise über den Kühlkreislauf zurückgewonnen, der den Heizungsrücklauf der Gebäude vorwärmt.
Drei Regler mit je 10 kW sorgen jederzeit für die Beheizung des Warmwasserpuffers aus der Restenergie der Turbine. Der Dieselgenerator versorgt die Gebäude nur dann, wenn der Verbrauch die hydraulische Produktion übersteigt. Reichen weder Turbine noch Dieselmotor aus, um die Temperatur zu halten, übernimmt eine Ölheizung.
Auch wenn das Hotel im Sommer vollständig im Inselbetrieb arbeitet, bleibt der Einsatz von Heizöl im Winter somit unverzichtbar, um eine ausreichende Strom- und Wärmeversorgung zu gewährleisten. Besuchen Sie die Heizzentrale über folgenden Link.

Die Küche

Wie in allen Berghotels wird im Hotel Weisshorn mit Propangas gekocht. Ein Herd, ein Backofen und eine Salamander-Grillplatte werden über einen 2'000-kg-Gastank versorgt.

Abwasserbehandlung

Nördlich des Hotels wurde eine biologische Kläranlage installiert. Das Abwasser durchläuft drei Becken: eines für Fette, eines für feste Sedimente und ein letztes für die biologische Behandlung durch Mikroorganismenkulturen. Das gereinigte Wasser wird über Drainagen abgeleitet, während feste und fetthaltige Rückstände jährlich an eine Fachentsorgungsstelle abtransportiert werden.

Überwachung der Gebäudeparameter

Ein Fernüberwachungssystem ermöglicht die technische Verwaltung des Hotels und erleichtert die Arbeit der Familie Stadelmann sowie von Yvan Martin, ihrem technischen Leiter. Eine Breitband-Internetverbindung sorgt zudem für die Datenübertragung und erfüllt die Konnektivitätsbedürfnisse der Gäste, die so auch geschäftliche Videokonferenzen in dieser idyllischen Umgebung abhalten können.
Diese Errungenschaften wurden durch das Engagement von Personen ermöglicht, die uns ihr Fachwissen über die neuesten am Markt verfügbaren Lösungen zur Verfügung stellen.

Die Zukunft

Das technische Team verfolgt aufmerksam die Entwicklung von Speicher- und Energieeffizienzlösungen, in engem Austausch mit anderen Bergstrukturen, die ähnliche Herausforderungen teilen.

Die saisonale Energiespeicherung sowie die Integration erneuerbarer Quellen im Winter bleiben sowohl technisch als auch wirtschaftlich bedeutende Herausforderungen. Die langen sonnenarmen Perioden und die geringe Wasserführung des Wildbachs erfordern auch heute noch den unverzichtbaren Einsatz fossiler Energieträger. Hinzu kommt, dass die schwankende Netzfrequenz der von der Turbine erzeugten Energie die Einspeisung von Photovoltaikstrom erheblich erschwert.
Angetrieben von der Begeisterung für technische Herausforderungen, verfolgt das Team dennoch ein ehrgeiziges Ziel: langfristig einen ganzjährigen Inselbetrieb zu gewährleisten, der Autonomie und wirtschaftliche Tragfähigkeit miteinander vereint.